13.05.2026

MV Zürich

84 Prozent der Mieterinnen und Mieter im Kanton Zürich fürchten sich vor einer unfairen Leerkündigung

Die Wohnkrise im Kanton Zürich spitzt sich zu. Gemäss einer Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo haben 84 Prozent der Mieterinnen und Mieter Angst, wegen einer Leerkündigung ihr Zuhause zu verlieren.

Die Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo im Auftrag des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz zeigt: Mieterinnen und Mieter stehen im Kanton Zürich massiv unter Druck. 84 Prozent aller Befragten sagen, dass ihnen die aktuelle Entwicklung zunehmender Leerkündigungen grosse Sorgen bereitet. Bei den Ü-55-Jährigen sind es sogar 91 Prozent!

Die Sorge der Kantonsbevölkerung ist berechtigt. Das belegt eine Studie der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen, gemäss derer im Kanton Zürich zwischen 2015 und 2020 bis zu 13-mal so viele Menschen auf die Strasse gestellt wurden wie in vergleichbaren Regionen mit ähnlich hoher Nachfrage nach Wohnraum.

Verdrängung längst nicht nur in den Städten

Gab es anfangs vor allem in der Stadt Zürich unfaire Leerkündigungen, sind mittlerweile Gemeinden im ganzen Kanton davon betroffen. Dabei trifft es laut ETH Zürich vor allem langjährige Mieterinnen und Mieter mit tieferem Einkommen. Bis zu 50 % der Leergekündeten müssen ihre Gemeinde nach einer Wohnungskündigung verlassen. Für Rentnerinnen und Rentner ist eine Leerkündigung besonders einschneidend. Sie finden danach nur schwer eine neue, preisgünstige Wohnung. Müssen sie ihre angestammte Gemeinde verlassen, verlieren sie zudem ihren Platz auf der Warteliste für eine Alterswohnung in ihrer Gemeinde.

Bei unfairen Leerkündigungen werden meist preisgünstige Wohnungen abgerissen, um danach teurere Neubauten zu erstellen. Dabei zeigt die Umfrage, dass genau solch preisgünstiger Wohnraum schmerzlich fehlt. 79 Prozent aller Befragten stimmen der Aussage zu, dass es im Kanton Zürich für ältere Menschen und Familien zu wenig Wohnraum hat, den sie sich leisten können. Bei den 36- bis 55-jährigen stimmen 75 Prozent dieser Aussage zu, bei den Über-55-Jährigen sind es sogar 87 Prozent.

Wohnschutz-Initiative schützt vor unfairen Leerkündigungen

94 Prozent der Befragten sehen den Kanton Zürich in der Pflicht, um Mieterinnen und Mieter besser vor unfairen Leerkündigungen zu schützen. Hier setzt die Wohnschutz-Initiative des Mieterinnen- und Mieterverbands an. Sie erlaubt es den Gemeinden, ihre Einwohnerinnen und Einwohner vor unfairen Leerkündigungen zu schützen. So können sie unter anderem Wohnraum für ältere Menschen und Familien erhalten oder bei Neubauten einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen festlegen. Beide Massnahmen stossen bei den Befragten auf eine überaus hohe Zustimmung von bis zu 76 Prozent.

Für Fragen steht Ihnen Walter Angst, Co-Geschäftsleiter & Leiter Kommunikation MV Zürich, zur Verfügung: 
044 296 90 20
w.angst@mvzh.ch

Datenerhebung und Methode

Der Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz führte zwischen dem 21. Januar und dem 3. März 2026 eine Befragung bei rund 340'000 Personen in der ganzen Schweiz durch. Davon waren knapp 240'000 Personen MV-Mitglieder und gut 100'000 weitere interessierte Mieterinnen und Mieter aus der ganzen Schweiz. Die Rekrutierung der Teilnehmenden erfolgte über alle internen Kanäle des Mieterinnen- und Mieterverbands in allen Sektionen und allen Sprachregionen der Schweiz. Nach Bereinigung und Kontrolle der erhobenen Daten konnten im Total die Angaben von 34'441 Personen für die Auswertung verwendet werden. Davon sind 24'745 Personen Mitglied des Mieterinnen- und Mieterverbands und 9'696 Nichtmitglieder.