
10.02.2026
"Es braucht nicht einfach mehr, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum"
Tobias Langenegger, Kantonsrat und Vorstandsmitglied des Mieterinnen- und Mieterverbandes Zürich, kandidiert für den Stadtrat. Wir haben mit ihm gesprochen.
Warum sollten dich die Stimmberechtigten der Stadt Zürich in den Stadtrat wählen?
Die Mieten in Zürich haben sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Viel bezahlbarer Wohnraum wurde zerstört. Entstanden sind teure Wohnungen, die sich kaum noch jemand leisten kann. Die Menschen verlieren ihr Zuhause und werden aus ihrem Wohnumfeld verdrängt, weil Immobilienfirmen ihre Rendite maximieren. Ich möchte mich im Stadtrat mit aller Kraft gegen diese Verdrängung einsetzen.
Du unterstützt die Wohnschutz-Initiative. Worum geht es darin?
Die Wohnschutz-Initiative setzt genau hier an. Sie gibt den Gemeinden ein neues Instrument, um bezahlbaren Wohnraum zu schützen. Konkret können die Gemeinden bei Neubauten einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen verlangen, missbräuchliche Mieten verhindern und Alterswohnungen fördern. Das führt einerseits zu weniger Leerkündigungen und andererseits entstehen nicht einfach neue, sondern auch wirklich bezahlbare Wohnungen für alle.
Gibt es weitere Massnahmen, wie die Stadt Zürich gegen die Zerstörung von bezahlbarem Wohnraum vorgehen sollte?
Ja. Ich bin überzeugt, dass die Stadt Zürich die Mieter*innen besser schützen kann. Dazu gehört insbesondere, ihnen die nötigen Informationen zu geben und sie über ihre Rechte aufzuklären. Zudem soll sie den Mieter*innen auch bei weiteren mietrechtlichen Themen wie beispielsweise den Anfangsmieten zu ihren Rechten verhelfen. Dies vor allem auch deshalb, weil die heutigen Mieten die Basis für alle künftigen Mieten sind.
Die Stadt muss aber auch genau hinschauen, was gebaut wird. Es bringt den Mieter*innen wenig, wenn ältere, aber günstige Wohnungen abgerissen werden und dafür mehr Wohnungen gebaut werden, die sich niemand leisten kann. Es braucht nicht einfach mehr, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum. Und schlussendlich muss die Stadt Zürich eine laute Stimme sein in der kantonalen und nationalen Politik. Sie muss sich aktiv in die wohnpolitischen Diskussionen einbringen sowohl in den Parlamenten wie auch bei Abstimmungen.
Wie willst du die Stimme der Mieter*innen im Stadtrat vertreten?
Ich kam in die Politik durch die Mieter*innen- und Genossenschaftsbewegung. Entsprechend ist meine politische Arbeit geprägt vom Thema Wohnen. Nachdem ich viel Erfahrung im Parlament und im Vorstand des Mieterinnen- und Mieterverbands Zürich sammeln durfte, habe ich die letzten Monate bewusst dafür genutzt, mein Wohnnetzwerk weiter auszubauen. Für mich ist Politik nämlich immer Teamarbeit. Ich möchte die Mieter*innen und die vielen Menschen, die sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzen ganz direkt im Stadtrat vertreten. Konkret müssen wir bei jedem Bauprojekt immer überlegen: Was heisst das für die Menschen, die heute hier Leben. Bezahlbare Mieten für anständige Wohnungen sind die Voraussetzung für ein gutes Leben in der Stadt Zürich!
Danke für das Gespräch!