10.12.2020

GV des Mieterinnen- und Mieterverbandes in Goldau

Der Mieterinnen- und Mieterverband des Kantons Schwyz hielt am Mittwoch, 7. Oktober 2020 in Goldau seine 37. Generalversammlung ab. Wichtige Themen des Abends waren der im Frühjahr gesunkene Referenzzinssatz, ein Wechsel bei der Rechtsberatung und die Forderung nach einem Mietzinserlass für die vom Corona-Lockdown besonders stark betroffenen Geschäfte.

Corona bedingt musste der Mieterverband Kanton Schwyz seine im April geplante GV absagen. Diese hat er nun nachgeholt. In seinem Jahresbericht blickte der Präsident Andreas Marty auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Auf seine Anfrage im Kantonsrat hin, habe  der Regierungsrat aufgezeigt, dass von 2000 – 2017 die Mietpreise im Kanton Schwyz für eine 4 Zimmer-Wohnung um 38 Prozent gestiegen sind. Auch in unserem Kanton hätten immer mehr Menschen Mühe, die hohen Mietpreise bezahlen zu können und junge Leute seien gezwungen wegzuziehen, wenn sie selber eine Wohnung beziehen wollen. «Wegen der tiefen Steuern für Wohlhabende werden weiter vermögende Leute angezogen, die bereit sind Höchstpreise für Wohnungen zu bezahlen. Die Preisspirale für Wohnraum dreht sich also munter weiter nach oben», führte Andreas Marty in seinem Jahresbericht aus. Der Mieterinnen- und Mieterverband kann diese Wohnpreisentwicklung natürlich nicht stoppen. Er kann sich jedoch bei ungerechtfertigten Forderungen von Vermietenden für seine Mitglieder wehren. Marty zeigte sich denn auch enttäuscht über die im Februar verlorene eidgenössische Abstimmung der Initiative des Mieterverbandes «Für mehr bezahlbaren Wohnraum». Das wäre ein wichtiges Instrument gewesen. Schliesslich gab er noch Auskunft über die vom Corona-Lockdown betroffenen Geschäftsmieter. Der Mieterverband fordert, dass sich auch die Vermieter solidarisch zeigen und ihren Mietern einen Teil ihres Mietzinses erlassen. Viele hätten sich kulant gezeigt, aber leider gerade grosse Immobilienunternehmen wie Pensionskassen zeigten kein Verständnis und stellten sich stur. Der Nationalrat wird nun an der Sondersession von Ende Oktober über eine allfällige Kostenaufteilung beschliessen.

Recht auf Mietzinssenkung

Aufgrund der tiefen Hypothekarzinsen ist per 1. März der Referenzzinssatz auf rekordtiefe 1.25 Prozent gefallen. Mieterinnen und Mieter haben in der Folge das Recht auf eine Mietzinssenkung. Sie müssen sich dafür aber bei ihrem Vermieter melden und diese Senkung beantragen. Lediglich rund die Hälfte aller Mieterinnen und Mieter haben die ihnen zustehende Senkung der Miete bekommen und eingefordert. Und das, obwohl für eine durchschnittliche Wohnung diese Senkung über fünfzig Franken pro Monat ausmacht. Der Mieterinnen- und Mieterverband steht zu dieser Thematik ratsuchenden Mietenden zur Seite. Immer noch gibt es sehr viele Mieterinnen und Mieter, die sich nicht trauen ihr Recht auf Mietzinssenkung zu beantragen oder sich über dieses Recht gar nicht bewusst sind. Die Verbandsmitglieder bekommen mit der Zeitschrift M+W regelmässig Informationen zu diesem Thema und anderen Mietrechtsfragen.

Einsatz für die Rechte der Mietenden

Der Vorstand des Mieterinnen- und Mieterverbandes Kanton Schwyz (v.l.n.r.): Harald Stockmaier (Brunnen), Silke Mai (Einsiedeln), Andreas Marty (Präsident, Einsiedeln), Bernadette Schuler (Schwyz), Walter Fritsche (Siebnen)
Zoom
Der Vorstand des Mieterinnen- und Mieterverbandes Kanton Schwyz (v.l.n.r.): Harald Stockmaier (Brunnen), Silke Mai (Einsiedeln), Andreas Marty (Präsident, Einsiedeln), Bernadette Schuler (Schwyz), Walter Fritsche (Siebnen)

Das Dienstleistungsangebot des Mieterinnen- und Mieterverbandes beinhaltet unter anderem die Rechtsberatung durch juristische Personen oder die Begleitung bei Wohnungsabnahmen. Mit Referenden sowie der Lancierung und Unterstützung politischer Kampagnen, setzt sich der Verband aktiv für die Rechte der Mietenden ein. Die Vorstandsmitglieder des Mieterinnen- und Mieterverbandes engagieren sich bereits seit vielen Jahren. Erfreulicherweise konnte der gesamte Vorstand mit Andreas Marty (Präsident, Einsiedeln) und den Vorstandsmitgliedern Walter Fritsche (Siebnen), Harald Stockmaier (Brunnen), Bernadette Schuler (Schwyz) und Silke Mai (Einsiedeln) wiedergewählt werden. Ebenso wurden die Rechnungsrevisoren Carlo Ferrari und Prisca Bünter (beide Küssnacht) für eine weitere Amtsperiode bestätigt. Eine Änderung gab es bei den  Rechtsberatern: Walter Fritsche hat nach 34 Jahren Tätigkeit seine Anwaltstätigkeit altershalber beendet. Vorläufig wird der Küssnachter Rechtsanwalt René Räber für alle Mitglieder im ganzen Kanton Rechtsberatungen machen. Die weiteren statuarischen Geschäfte des Verbandes wurden in gewohnt speditiver Weise behandelt. Im Anschluss an den offiziellen Teil genossen die Anwesenden ein Abendessen.

Mitgliedschaft im Mieterinnen- und Mieterverband

Eine Mitgliedschaft im Mieterinnen- und Mieterverband des Kantons Schwyz steht allen Mieterinnen und Mietern offen. Interessierte wenden sich bitte an den Mieterinnen- und Mieterverband Kanton Schwyz, Postfach 527, 6440 Brunnen. Die Mitgliedschaftsunterlagen können auch telefonisch unter 0848 053 053 oder per E-Mail über mvsz@bluewin.ch bestellt werden. Stets aktuelle Informationen rund ums Mieten und Wohnen finden Sie auf www.mieterverband.ch/schwyz.